Die drei Fragezeichen

Die drei ??? (gesprochen: Die drei Fragezeichen, Audio-Datei / Hörbeispiel Anhören) (Originaltitel: The Three Investigators; Nebenform: Die drei Detektive) ist eine Jugendbuch-Reihe, die ursprünglich aus den Vereinigten Staaten stammt und in viele Sprachen übersetzt wurde. Nach ihrer Einstellung in den Vereinigten Staaten wird sie seit 1993 in Deutschland mit eigenen Geschichten fortgesetzt. Zudem wird sie erfolgreich als Hörspielserie produziert. Seit dem Serienstart 1968 in Deutschland wurden über 45 Millionen Tonträger abgesetzt und über 16,5 Millionen Bücher verkauft, ergänzt durch rund zwei Millionen Spiele, Detektiv-Spielkästen und Fanartikel.

Arthur schrieb für gewöhnlich sehr schnell. Der Verlag wollte das Tempo mit zwei Veröffentlichungen pro Jahr beibehalten, doch Arthur erkannte bald, dass er dies auf Dauer nicht einhalten konnte – zumal sich sein Gesundheitszustand verschlechterte. Er machte sich auf die Suche nach anderen geeigneten Autoren, die für eine Mitarbeit an der Serie in Frage kamen. Nachdem er am 2. Mai 1969 verstarb, übernahm ein Team von Autoren die Weiterführung der Serie.

1980 verstarb Hitchcock, und Random House strebte keine Verlängerung des Lizenzvertrags an. Mit Folge 31 The Mystery of the Scar-Faced Beggar (deutsch: … und das Narbengesicht) erschien der erste Fall ohne die Schirmherrschaft und das Vorwort Hitchcocks. Seine kommentierende Rolle übernahm ein fiktiver Charakter, der Schriftsteller und ehemalige Detektiv Hector Sebastian (deutsch: Albert Hitfield). Nach und nach wurden auch die ersten 30 Episoden neu mit Hector Sebastian anstelle von Hitchcock herausgegeben; eine Ausnahme macht der erste Band: dieser wurde nun von dem fiktiven Regisseur Reginald Clarke präsentiert, da in dieser Geschichte ein Hollywood-Regisseur für die Handlung wichtig war.

Zwischen 1985 und 1987 erschienen in der Find-your-fate-Serienreihe vier Bücher mit Fällen der drei Detektive. Dabei handelt es sich um Spielbücher, in denen der Leser zusammen mit den drei Fragezeichen den Fall übernimmt und durch geschickte Entscheidungen versucht, diesen zu lösen. Im Jahr 1987 wurde die Ursprungsserie The Three Investigators in den USA eingestellt. Mit der Nachfolgeserie The Three Investigators Crimebusters (1989/90, 11 Bände) versuchte man, an die einstigen Erfolge der Originalserie anzuknüpfen. Das Konzept wurde verändert, man ließ die drei Detektive merklich altern, gab ihnen sowohl Führerscheine als auch Freundinnen und schickte sie für weitere elf Fälle erneut ins Rennen. Der große Erfolg blieb allerdings aus, sodass auch diese Serie im Jahre 1991 eingestellt wurde.

Es wurden noch drei weitere Bücher für die Reihe geschrieben, die jedoch in den USA nicht veröffentlicht wurden: Originalserie Band 44 The Mystery of the Ghost Train (unveröffentlicht/nicht fertig) von M.V. Carey, Crimebusters Folge 12 Brain Wash von Peter Lerangis und Folge 13 High Strung von G. H. Stone (jeweils in dt. Fassung 2011 veröffentlicht).

Deutschland

Der erste ins Deutsche übersetzte Band erschien 1968 unter dem Seriennamen Die drei ??? mit dem Titel …und das Gespensterschloß im Kosmos-Verlag. Nachdem die ersten beiden Romane mit Cover-Illustrationen von Jochen Bartsch nicht den erhofften Anklang gefunden hatten, bot die Grafikerin Aiga Rasch der damaligen Verlagslektorin an, einen eigenen Entwurf für den Schutzumschlag der Serie anzufertigen. Bei Nichtgefallen würde sie auf das Honorar verzichten. Der Verlag war zwar aufgrund des eher männlichen Themas skeptisch, ließ sich jedoch von ihr überreden. Raschs Coverentwurf stieß beim Verleger auf Entsetzen, da er jegliche damals übliche Gestaltung eines Jugendbuches missachtete. Der Umschlag war komplett schwarz, passend dazu der Titel sehr nüchtern und sachlich in weißer Schrift, die Fragezeichen in den Farben Weiß, Rot und Blau und in der Mitte ein buntes, in grellen Farben gehaltenes, quadratisches Bild, das eine visuelle Anspielung auf den Inhalt gab. Dabei beherzigte Rasch den Grundsatz, niemals die drei Detektive auf dem Cover abzubilden, sondern immer nur ein wesentliches Element oder einen wesentlichen Ort der Handlung. Rasch musste viel Überzeugungsarbeit leisten, damit die Bücher versuchsweise mit ihrer Umschlagsgestaltung neu veröffentlicht wurden. Die Umgestaltung erwies sich schließlich als Erfolg. Seit 1971 werden alle Cover nach der Umschlagsgestaltung Raschs angefertigt, welche die Aufgabe 1999 an Silvia Christoph übergeben hat. In jedem Roman ist die Visitenkarte der drei Detektive abgebildet, die im Fall mindestens einmal erwähnt wird.

Bis zur Einstellung der Serie in den USA wurden fast alle Romane von Leonore Puschert ins Deutsche übersetzt. Zwei der vier Find-your-fate-Abenteuer (…und der weinende Sarg sowie …und das Volk der Winde) wurden ebenfalls ins Deutsche übersetzt, wobei eine Umarbeitung in eine Romanform vollzogen wurde. Die beiden Find-your-fate-Bücher The house of horrors (Nr. 3 von Megan Stine und H. William Stine) und The savage statue (Nr. 4 von M.V. Carey, 1987) sowie die Crimebusters-Folge Nr. 8 Shoot the works blieben jedoch lange Zeit unübersetzt. Am 12. Oktober 1979 erschienen die ersten sechs Folgen der gleichnamigen Hörspielserie vom Label Europa. Europa vereinbarte mit dem Hauptlizenznehmer Kosmos eine Kooperation, so dass fortan alle Bücher als Hörspiele adaptiert werden → Die drei ??? (Hörspiel).

Wegen des anhaltenden Erfolgs im deutschsprachigen Raum wurde die Reihe im Jahre 1993, nach der Einstellung in den USA, zuerst von der österreichischen Autorin Brigitte-Johanna Henkel-Waidhofer weitergeführt; nach 16 Büchern übernahmen verschiedene deutsche Autoren die Fortführung der Serie. Die Geschichten basieren somit seit Folge 57 (Hörspiel-Nummerierung) nicht mehr auf amerikanischen Vorlagen. Nachdem der Lizenzvertrag mit Alfred Hitchcock in den USA auslief und nicht verlängert wurde, ließ man Hitchcock in Deutschland dennoch in den Geschichten weiterleben, da man eine Lizenz für die Verwendung des Namens bis 2004 hatte. Erst seit Ablauf der Lizenz 2005 erscheint die Serie nicht mehr unter Hitchcocks Namen. Zwischen 2005 und 2007 führte ein Rechtsstreit über die Lizenzierung zwischen den Erben Robert Arthurs, dem Hörspiellabel Europa und dem Kosmos-Verlag zu einer Aussetzung der Hörspielserie und Lieferstopp einzelner Romane. 2008 konnten sich beide Parteien außergerichtlich auf eine gemeinsame Fortsetzung mit den Erben Arthurs einigen (siehe auch Kapitel Streit um Urheberrechte).

In den letzten Jahren sicherte sich der Kosmos-Verlag die deutschen Verwertungsrechte an weiteren bisher unveröffentlichten US-Romanen. Brain Wash von Peter Lerangis (dt. Gefangene Gedanken), High Strung von Gayle Lynds (alias G. H. Stone) (dt. Unter Hochspannung) und The Case of the House of Horrors von Megan und H. William Stine (dt. Haus der Angst) sind zusammen im Frühjahr 2011 in einer ersten Top Secret Edition erschienen. Für die Übersetzung der drei Romane zeichnen Kari Erlhoff und Astrid Vollenbruch verantwortlich. Im September 2014 wurden auch die beiden noch fehlenden Übersetzungen von Shoot the works (dt. Im Visier) von William McCay und The Case of the Savage Statue (dt. Grausame Göttin) von M.V. Carey in einer Top Secret Edition 2 veröffentlicht. Während The Case of the Savage Statue von Michael Kühlen übersetzt wurde, handelt es sich bei Shoot the works um eine Fan-Übersetzung aus dem Jahre 2002, die zunächst im Internet publiziert wurde. Diese von Detlev und Martina Beiderbeck, Stephanie Berger, Matthias Bogucki, Sven Haarmann sowie Tanja und Thomas Hoock übersetzte US-Vorlage wurde vom Kosmos-Verlag übernommen und in einer lektorierten Fassung veröffentlicht. Zudem wurde mit Das versunkene Schiff, einem bislang unveröffentlichten Roman von André Marx aus dem Jahre 1995, die Edition komplettiert.

Unterschiede

Zwischen den amerikanischen Originalausgaben und den deutschen Übersetzungen gibt es einige bemerkenswerte Unterschiede: Zum einen das charakteristische Erscheinungsbild der schwarzen Hardcover-Einbände, außerdem die Tatsache, dass der Titel der Serie nicht wörtlich mit Die drei Detektive übersetzt wurde, sondern in Die drei ??? geändert wurde. Der Grund für die Namensänderung lag darin, dass dem Verlag die wörtliche Übersetzung nicht gefiel. Stattdessen orientierte man sich an den Symbolen der drei Detektive, den Fragezeichen. Diese wurden oftmals von den Dreien für Kreidekennzeichnungen verwendet. Da jeder Detektiv seine eigene Farbe hat, stellten diese ein eindeutiges Wiedererkennungsmerkmal dar. Zudem waren die Fragezeichen auch auf der Visitenkarte aufgedruckt. Justus hat die Farbe Weiß, Peter die Farbe Blau und Bob die Farbe Rot. Auch hier eine Änderung gegenüber dem amerikanischen Original, dort sind die Kreidefarben Weiß, Blau und Grün. Fälschlicherweise wird oft angenommen, dass Bobs Kreidefarbe Blau sei, da die Farben im Logo auf dem Buchcover in einer anderen Reihenfolge sind (Weiß, Rot, Blau) als die Namen der drei Jungen auf ihrer Visitenkarte.

Im Text der deutschen Übersetzungen (Bände 1 bis 45, 1968–89) kommen immer wieder kleine Einschübe mit Tipps und Hinweisen des fiktiven Autors Alfred Hitchcock vor, die den Leser zum Nachdenken anregen sollen. Sie fehlen in den amerikanischen Originalausgaben und wurden von der Übersetzerin Leonore Puschert ergänzt. Des Weiteren zeigen die Coverillustrationen der deutschen Bücher von Kosmos nie die drei Hauptakteure, sondern immer nur die wesentlichen Objekte oder Orte der Handlung. Wesentlichen Anteil am Gesamtentwurf und der Gestaltung der Coverillustrationen hat die Stuttgarter Illustratorin Aiga Rasch. Die Cover der ersten beiden Bände wurden von Jochen Bartsch entworfen.

Auch unterscheiden sich einige Personennamen. Justus Jonas heißt im Original Jupiter Jones und Peter Shaw Pete Crenshaw. Die beiden irischen Brüder Kenneth und Patrick O’Ryan heißen in der Originalserie Hans und Konrad Schmid und kommen aus Bayern. Der Chauffeur Morton trägt im Original den Namen Worthington.